Clarholz, Kloster

6,54 

Johannes Meier, Das Kloster Clarholz mit den Pfarrkirchen von Lette und Beelen. Ein geistlicher Kunst- und Landschaftsführer, 88 Seiten, 103 Abb., Format 13,6 x 19 cm, 1. Auflage 2005

ISBN 978-3-89870-235-5

Beschreibung

Aus einer Stiftung des Edlen Rudolf von Steinfurt entstand im Jahre 1133/34 das im Osten des Münsterlandes gelegene Prämonstratenserkloster Clarholz. An seiner Bestätigung durch Kaiser Lothar III. wirkte wenige Monate vor seinem Tod noch der Ordensgründer mit, der hl. Norbert, damals Erzbischof von Magdeburg. Von Cappenberg her, dem ältesten Haus der Prämonstratenser auf deutschem Boden, erfolgte die Besiedlung mit einem männlichen Konvent in Clarholz und einer Schwesternkommunität im 3 km entfernten Lette. Als Eugen III. 1146 das Kloster in päpstlichen Schutz nahm, bestätigte er ihm auch das Eigentum der Kirche zu Beelen.

Seit dieser Zeit wird unter dem sternenübersäten Gewölbe der im 14. Jahrhundert umgebauten Clarholzer Kirche die christliche Botschaft verkündet und das Lob Gottes gesungen. Die 1803 durch die Säkularisation enteigneten Prämonstratenser haben hier eine Klosteranlage hinterlassen, deren barocke Bauten und Gärten samt ihrer Einbindung in die flache, gewässerreiche Landschaft noch heute wirtschaftliche Stärke und raumordnende, letztlich von theologischen Motiven geleitete Kraft erkennen lassen. Die kleinere, nur noch zum Teil erhaltene Kirche der Prämonstratenserinnen in Lette bewahrt u. a. zwei kostbare Goldschmiede-Arbeiten aus der Werkstatt des Mönchs Roger von Helmarshausen und ein spätgotisches Hungertuch. In der modernen Pfarrkirche von Beelen (1967/68) erinnern einzelne mittelalterliche Skulpturen an die Epoche ihrer seelsorglichen Betreuung durch die Clarholzer Prämonstratenser.

Dieser geistliche Kunst- und Landschaftsführer lädt zum Besuch der drei Kirchen, zum Betrachten ihres sakralen Erbes und zum Verweilen in ihrer Umgebung ein.

Ein mustergültiger Kirchenführer? Nein – weit mehr als das! Denn dieses verdienstvolle Kompendium aus Informationen, sorgfältig aufbereitet und in Gliederung, Dokumentation und Illustrierung vorbildlich dargeboten, dieses ausgenommen schöne und würdevolle Porträt des ehemaligen Klosters Clarholz und der zu ihm gehörigen Pfarrkirchen wird wohl kaum je zur Norm für Kirchenführer allgemein erhoben werden können. Ein solch ernsthaftes Bemühen, verbunden mit anschaulichster Darstellung, wird man auch künftig eher selten von Publikationen dieser Art erhoffen dürfen. Es ist ein Glücksfall, dass sich Professor Johannes Meier, ein Clarholzer Kind, der Sache angenommen hat. Von Meier, derzeit Dekan des Fachbereichs Theologie an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, gibt es bereits zahlreiche Veröffentlichungen zur Geschichte der 1133/34 gestifteten ehemaligen Prämonstratenser-Propstei Clarholz. Hier ist ihm das große Kunststück eines ebenso verständlichen wie ansprechenden Führers durch die Klostergeschichte und zu den erhaltenen Bau- und Kunstdenkmälern gelungen. In Umfang und Fülle eigentlich ein kleines Buch in handlichem Taschenformat, das nicht zuletzt durch seine zahlreichen hervorragenden Farbfotos, überwiegend aufgenommen von Andreas Lechtape, besticht. Schlüssig ist auch die Einbeziehung von Lette als dem Standort des ehemaligen zu Clarholz gehörenden Nonnenklosters sowie von Beelen, das als Pfarrei bereits 1146 inkorporiert war. Für Johannes Meier hat der Rundgang durch die Kirchen und die ehemaligen Klosteranlagen auch etwas mit Andacht zu tun. Dies verdeutlichen nicht nur die eingestreuten Meditationen berühmter Theologen und Dichter.
Manfred Beise, Heimat-Jahrbuch Kreis Gütersloh 2006, S. 179

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