Beschreibung
Erscheint am 28.08.2026
Das Schlossgut Arenenberg und das benachbarte Unternehmerforum Lilienberg liegen weniger als zehn Kilometer rheinabwärts von Konstanz bzw. Kreuzlingen im Kanton Thurgau in der Schweiz. Die beiden eng miteinander verbundenen Anlagen zeichnen sich durch eine jahrhundertealte Geschichte und eine traumhafte Aussicht aus. Von hier aus lassen sich der Thurgauer Seerücken, die Insel Reichenau, der Bodanrück, der vulkanreiche Hegau und der Bodensee auf einzigartige Weise erleben. Sie bilden das Zentrum eines beeindruckenden Gartenreichs – Côte Napoléon, Napoleonische Küste, genannt –, zu dem neben zahlreichen weiteren Landsitzen auch die Insel Mainau gehört.
Das sehenswerte Ensemble des Arenenbergs mit seinem reich gegliederten Landschaftspark stammt aus dem beginnenden 19. Jahrhundert. Seine Spuren reichen jedoch bis in die Spätantike zurück. Napoleon III. (1808–1873), der letzte französische Kaiser, wuchs hier auf und hinterließ der Bodenseeregion ein kostbares Erbe, das in den vergangenen Jahren originalgetreu restauriert und sorgfältig erforscht wurde. Nicht umsonst gilt die Anlage als „das schönste Schloss am Bodensee“.
Der Lilienberg beeindruckt durch eine wertvolle zeitgenössische Architektur, durch seine großen, teilweise mehr als 200 Jahre alten Bäume und durch einen intensiv gepflegten Garten. Er bildet das zeitgenössische Pendant zum Arenenberg und verbindet auf traumhafte Weise Gegenwart und Vergangenheit der Landschaftsgestaltung am westlichen Bodensee.
Der vorliegende Park- und Gartenführer schildert zum ersten Mal alle wichtigen Aspekte der beiden Anlagen in einer Darstellung. Sachkundig erklärt er ihre Geschichte und Zusammenhänge und widmet sich ausführlich den vielfältigen Verbindungen in die Region und zur europäischen Geschichte.
Viele bedeutende Gartenbauer hinterliessen hier ihre Spuren: Louis-Martin Berthault etwa, der unter anderem die Gärten von Malmaison in Frankreich gestaltet hat, oder Charles de Moreau, der hauptsächlich in Wien und Umgebung tätig war. Vor allem aber Hermann von Pückler-Muskau (1785–1871), gerühmt als der „Grüne Fürst“, ein enger Freund Napoleons III. Zusammen schufen sie viele Gärten und Parks in Paris.
Der Autor
Dominik Gügel ist Historiker und Direktor des Napoleonmuseums Arenenberg. Er studierte Geschichte, Politikwissenschaft, Kunstgeschichte sowie Archäologie des Mittelalters und gilt als ausgewiesener Experte für die napoleonische Epoche und für Gartengeschichte. Unter seiner Leitung entwickelte sich das Napoleonmuseum Arenenberg zu einem international beachteten Forschungs- und Ausstellungszentrum sowie zu einem Gartenparadies.
Dominik Gügel veröffentlichte zahlreiche Beiträge zur europäischen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts und engagiert sich für eine zeitgemässe Vermittlung historischer Themen an ein breites Publikum. Der Bodensee, einst Exil der Familie Bonaparte, steht im Mittelpunkt seiner wissenschaftlichen und musealen Arbeit. Darüber hinaus ist er geschäftsführender Präsident des Vereins Bodenseegärten sowie Vorstandsmitglied in der European Garden Association und Stiftungsrat der Stiftung Napoleon III.



