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Die Bildhauerin Maria Elisabeth Stapp

Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz, "Ich schaffe, was in mir ist!" Die Bildhauerin Maria Elisabeth Stapp, ihr k

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Die vielseitige, im süddeutschen Raum zwischen München und Ravensburg bekannte Künstlerin Maria Elisabeth Stapp (geboren 1908 in Riedlingen, gestorben 1995 in Altshausen) studierte an der Kunstakademie in München. Mit 20 Jahren schuf sie ihren ersten Altar, mit 23 Jahren eine großartige Statue der hl. Elisabeth für Leipzig. Der Theologe Romano Guardini, auf die junge Künstlerin aufmerksam geworden, lud sie 1939 nach Burg Rothenfels ein. Nach dem Krieg richtete sie auf Einladung von Pfarrer Josef Weiger ein Atelier für Arbeiten in Holz, Bronze, Stein, Majolika und Ton im ländlichen Pfarrhaus von Mooshausen ein. Sie schuf dort zahlreiche Kunstwerke für Kirchen und Privatbesitz, darunter treffende Porträtplastiken. Ihr Atelier wurde, neben der Gastlichkeit des schönen spätbarocken Pfarrhauses, zum Anziehungspunkt für Kunstfreunde und Künstler.

Das Werk von Maria Elisabeth Stapp zeigt eine Fülle von christlich inspirierten Kleinplastiken, darunter die sonst ganz unbekannten "Handmadonnnen": in Bronze gegossene handgroße Figuren einer Mutter mit Kind, die betrachtend zu umfassen sind~ daneben freilich auch die lebensgroßen, aus Holz oder Ton gearbeiteten Marienfiguren. Besonders hervorzuheben ist eine damals völlig neue Thematik: "Maria – Jungfrau Israel". Aber es entstanden auch Marienfiguren von rund 30 Zentimeter Höhe, darunter eine wunderbare Pietà, eine "Russen-Madonna", die wie eine Flüchtlingsfrau ein Kind hinter sich herzieht, und ein besonders bezauberndes Halbrelief von Jesus als dreijährigem Kind mit einem Arm voller blauer Wegwarten. Überdies schuf die Bildhauerin eine Krippe mit 40 Zentimeter großen Figuren, darunter Pfarrer Weiger als Hirte in grauem Loden und Romano Guardini als einer der Könige, in Purpur gewandet.

In diesem Büchlein werden erstmalig einige besondere Werke von Maria Elisabeth Stapp zusammengestellt, Arbeiten, in denen ihre ursprüngliche Schöpferkraft, ihre Kunst des unverbrauchten Sehens und ihre wohltuend einfache Frömmigkeit zum Ausdruck kommen. Die beigefügten Worte wollen die innige Tiefe der künstlerischen Schau hervorheben. Die erstmals erstellte Biografie dieser noch weithin unbekannten Frau erschließt die Zusammenhänge von Leben, Denken und Gestalten im Strahlungsbereich großer Anregungen: zwischen München und Ravensburg, Beuron und Ottobeuren, zwischen Joseph Bernhart und Wilhelm Geyer, Josef Weiger und Romano Guardini.

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