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Die Orgel im Bonner Münster

Bonner Münster-Stiftung (Hrsg.), Melodie des Lebens. Die Orgel im Bonner Münster, 96 Seiten, zahlr. Abb., mit CD, Format 17 x 17 cm, 1. Auflage 2005

14,90 €
Zum Inhalt

Dies ist ein Buch über die Orgel im Bonner Münster, aber es ist kein gewöhnliches Orgelbuch. Zwar ist auch in dieser Neuerscheinung, herausgegeben von der Bonner Münster-Stiftung, ausführlich die Rede vom königlichen Tasteninstrument, von Orgelpfeifen und Gehäuse, von Manualen und Klaviatur. Doch zugleich will Thorsten Christian Malessa, bei allem Respekt, die Orgel vom Sockel holen, um die "Melodie des Lebens" im Leben der Besucher der Münsterbasilika zu verankern. Beim Gottesdienst im Abseits gelegen, auf der Höhe der Westempore den Kirchenbesuchern entrückt, wird uns die Orgel hier nähergebracht - bis auf Tuchfühlung. So lernen wir die Orgel im Bonner Münster, gefertigt Anfang der sechziger Jahre von der Orgelbauwerkstatt Klais, bis in alle Einzelheiten kennen. Dank zahlreichen Detailabbildungen können wir uns in die geschnitzten Darstellungen vertiefen, mit denen der Bildhauer Manfred Saul den Orgelprospekt in ein inspirierendes geistliches Bilderbuch verwandelt hat. Den Fotos von Norbert Bach stehen dabei Gedichte, Bibelstellen und Zitate gegenüber, Merksätze von Blaise Pascal bis Nena ("99 Luftballons"), wodurch die Prospektdetails in einer erweiterten Perspektive erscheinen.

1794 erhielt das Bonner Münster die erste Orgel, deren Disposition bis heute erhalten ist. Sie wurde von Peter Kemper mit einem Umfang von 26 Registern erbaut. Bis 1922 tat sie ihren Dienst in der Münsterbasilika. In den zwanziger Jahren beauftragte man die Orgelbauwerkstatt Klais mit dem Bau einer neuen Orgel, diesmal mit einem Umfang von 109 Registern. Drei Jahre später wurde ein aus Kostengründen zunächst kleineres Instrument mit 30 klingenden Registern eingeweiht. Bis 1940 erweiterte man es auf 70 Register. Die heutige Orgel, ebenfalls aus dem Hause Klais, wurde 1961 eingeweiht und 1980/81, im Zuge einer Renovierung des gesamten Münsters, überholt, erweitert und neu intoniert. Sie besitzt jetzt 69 Register mit 5112 Pfeifen, verteilt auf 4 Manuale und Pedal.

Manfred Saul, der die szenische Verlebendigung des Bonner Orgelprospekts schuf, wurde 1934 in Hennef an der Sieg geboren. Nach einer Lehre an der Steinmetzfachschule Mayen studierte er bei Professor Ludwig Gies an den Kölner Werkschulen. Von 1966 bis 1973 war er als Kunsterzieher tätig. In die gleiche Zeit fiel der Beginn seiner freien künstlerischen Tätigkeit. Den Auftrag für die künstlerische Gestaltung des Orgelprospekts im Bonner Münster erhielt er 1962. In den folgenden Jahren entstanden die inzwischen weit über Bonn hinaus bekannten Darstellungen. Manfred Saul lebt und arbeitet heute in Hennef, Görlitz und St. Lorenzo/Ibiza.

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